/ März 24, 2020/ Allzu menschliches/ 0Kommentare

Unser gesellschaftliches Zusammenleben hat sich schlagartig verändert. Durch den Wegfall von haltgebenden Strukturen scheint nichts mehr in geordneten Bahnen zu verlaufen.

Die Kinder gehen außerhalb der Ferienzeit nicht wie gewohnt zur Schule.

Der Sonntagsgottesdienst in der Kirche entfällt.

Der Opa im Altenheim darf nicht besucht werden.

Veranstaltungen, die mit viel Mühe vorbereitet wurden, finden nicht statt.

Alles scheint runtergedrosselt, vielleicht sogar entschleunigt?

Fragen wir eine Verkäuferin, wird sie uns davon berichten, welchen Unmut sie über fehlende Konsumgüter zu spüren bekommt.

Der Vater im Homeoffice wird sagen, es ist nicht einfach sich auf die Arbeit zu konzentrieren, wenn gleichzeitig die Kinder zu Hause sind.

Und während sich die Kinder über schulfrei freuen, versucht die Mutter ihnen zu vermitteln, dass die viele Freizeit nicht freie Bildschirmzeit bedeutet.

Durch den Wegfall von gewohnten Aktivitäten, ergeben sich ungewohnte Herausforderungen.

Pastoren müssen neue Wege finden, um den Kontakt zu ihren Gemeindemitgliedern auch ohne den klassischen Gottesdienst aufrecht zu erhalten.

Pflegekräften in den Altenheimen fehlen die unterstützenden Besuche der Angehörigen bei der Versorgung der Senioren.

Und nicht zuletzt die vielen Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten und sich über ihre menschlichen Grenzen hinaus für das körperliche und seelische Wohl anderer einsetzen.

Alles runtergedrosselt?

Es scheint eher, als wären alle nun erst recht in Bewegung und auf unterschiedliche Art und Weise ganz neu gefordert.

Wie können wir als Gesellschaft, aber auch jeder Einzelne in dieser bewegten Zeit für die nötige Ruhe sorgen? Wie können wir der Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen in unserem Land, aber auch global gesehen begegnen?

Ich finde Mut in dem weltweit meistverkauften Buch, der Bibel.

In Matthäus 11:28 heißt es: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“

Auch werden wir in dem Bestseller 365 Mal aufgefordert: Fürchte dich nicht!

365 Mal! Das ist einmal für jeden Tag des Jahres und nirgends in der Schrift ist eine Fußnote hinzugefügt, die lautet: Das gilt nicht für ganz außergewöhnliche Zeiten.

Als angestellte Sozialarbeiterin bei der Diakonie Wolfsburg bin ich zusammen mit meinem Team in dieser Zeit stark gefordert. Als Mutter von zwei Kindern fühle ich mich zudem dafür verantwortlich, meinen Kindern in dieser Zeit Orientierung und Struktur zu geben, damit sie sich nicht den ganzen Tag während meiner Abwesenheit durch Fernsehen und Computerspiele fremdberieseln lassen.

Noah ist für mich gerade in Situationen, in denen sich alles unangenehm zu verdichten scheint, ein gutes Vorbild.

Schätzungsweise 370 Tage verbrachte er auf engstem Raum in der Arche zusammen mit seiner Frau, seinen Kindern, Schwiegertöchtern und Schwiegersöhnen. Zuvor mühte er sich mit dem Schiffsbau ab. Statt sich nun auf der Arche erholen zu können, muss er sich mit den Eigenheiten seiner Familie rumplagen. Wie eingeschränkt er doch war.

Er konnte nicht einfach aus der Situation heraustreten, denn da war Wasser!

Er konnte nicht einfach nach einem möglichen Streitgespräch mit seinem Schwiegersohn sagen, ich brauch mal eine Auszeit und gehe von Bord. Das Leben auf der Arche war gewiss kein erholsamer Urlaub. Ein komfortables WC wird es auch nicht gegeben haben. Zu den unterschiedlichen Bedürfnissen seiner Familie, kamen noch die vielen Tiere hinzu, die gepflegt werden mussten. Ich stelle mir vor, dass es auch laut war und die Tiere mit ihren Geräuschen auf so engem Raum für viel Unruhe sorgten. Wie hat Noah es bloß geschafft, diese eingeschränkte und herausfordernde Zeit zu überstehen?

Interessant ist dabei der Name den Noah trug, denn wenn wir Noah aus dem hebräischen übersetzen, bedeutet dieser Name „Trost und Ruhebringer“.

Ich denke allein aus seinem menschlichen Sein heraus, hätte Noah es noch nicht mal geschafft, die Arche zu bauen. Aber mit Gottes Hilfe ist alles anders!

Ja, zurzeit ist alles anders als gewohnt, aber mit Gottes Hilfe können wir besonnen und zuversichtlich durch diese Zeit gehen.

Bleib behütet und gesund!

 

Bildnachweis Arche: Bild von loulou Nash auf Pixabay

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