/ Mai 11, 2020/ Allzu menschliches/ 2Kommentare

Drei Dinge sind mir rätselhaft, und auch das Vierte ist für mich unbegreiflich:

Der Flug des Adlers am Himmel,

das Schleichen der Schlange über einen Felsen,

die Fahrt des Schiffes über das tiefe Meer und

die Liebe zwischen Mann und Frau!

So heißt es in Sprüche 30,18-19.

Die Liebe zwischen Mann und Frau:

Rätselhaft. Unbegreiflich. Gott gegeben

Die Ehe ist heilig!

So heilig, dass sogar der weltliche Staat sie, im Grundgesetz verankert, schützt.

Doch in vielen christlichen, aber auch nicht christlichen Partnerschaften hängt mit einer hartnäckigen Beständigkeit der Haussegen schief.

Ab und zu in Schieflage zu geraten ist gut, denn nur so kann erneut justiert werden und es findet Entwicklung statt.

Vorausgesetzt der Segen wird immer wieder geradegerückt und geht nicht vollständig in die Senkrechte.

Dann ist es nämlich meistens zu spät. Aus der Senke kommen die wenigsten Paare wie Phönix aus der Asche wieder hervor.

Also lieber vorher in Waage bleiben und in einem dynamischen Ringkampf immer neu austarieren.

Kämpfen?

Eine Ehe soll doch kein Kampfplatz sein, oder?

Wie hat Gott sich das gedacht?

In Markus 10:6 steht:

Aber Gott hat die Menschen von Anfang an als Mann und Frau geschaffen. Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele. Sie sind also eins und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen.

Ah, dementsprechend ein Fleisch. Aber…

ist das nicht gerade die Herausforderung?

Das Rätsel, das es zu lösen gilt?

Mann und Frau sollen eins sein. Sie sind nicht länger zwei Ich´s, sondern ein Wir. Dennoch sind sie physisch und geistig eigenständig.

Liegt hier drin nicht eine Vereinbarungsschwierigkeit?

Denn Eins sein, bedeutet nicht immer unbedingt einig zu sein.

Eine Einheit sollen Mann und Frau sein. Gleichermaßen aufeinander angewiesen und füreinander da.

1. Korinther 11,11

Jetzt kommt jedoch die Verschiedenheit ins Spiel und schon ist das Eheleben nicht mehr ganz so einfach zu gestalten.

Wenn wir genauer hinsehen, ist es eigentlich nicht die Verschiedenheit, die es anstrengend macht, sondern die unterschiedlichen Bedürfnisse, die daraus hervorgehen.

Verschiedenheit ist eine Ressource und kein Hindernis. In ihrer Verschiedenheit könnten Mann und Frau sich einfach nur wunderbar ergänzen und glücklich miteinander sein.

Könnten, wenn da nicht unsere individuellen Bedürfnistöpfe wären.

Aber auch die sind nicht das eigentliche Problem, denn wir alle haben unsere Bedürfnistöpfe, die auch in gewisser Weise für den nötigen Antrieb in uns wichtig sind. Wenn der Topf des Grundbedürfnisses nach Nahrung leer ist, sorgt diese Leere in uns dafür, dass wir auf Nahrungssuche gehen und uns mit dem Versorgen, was wir brauchen. Der Knackpunkt sind also nicht die Verschiedenheiten und die jeweilige aktuelle Bedürfnislage, sondern noch etwas ganz anderes, das in allen Beziehungen und sogar insbesondere in der Ehe eine Rolle spielt:

Die Erwartung

Und meistens ist es nicht nur eine, sondern eine ganze Fülle an Erwartungen, die darauf warten, befriedigt zu werden. Bleibt diese Befriedigung dann aus, entsteht Frust.

Bedeutet das jetzt, alle Erwartungen einfach über Bord zu werfen und alles ist gut?

Nach dem Motto, keine Erwartungen, keine Schwierigkeiten?

So einfach wird das nicht gehen, denn sobald wir mit jemanden oder zu etwas in Beziehung stehen, sind sie einfach da die Erwartungen.

Kaufen wir ein neues Auto, erwarten wir das es funktioniert und möglichst lange fahrtüchtig ist. Dafür tun wir dann auch einiges.

Kein Sprit keine Spritztour.

Wir bringen das Auto regelmäßig zur Inspektion, füllen den Tank immer wieder auf, waschen den Schmutz von der Karosserie, saugen das Innere aus. Wir geben dem Auto die Pflege, die es braucht, um unsere Erwartungen langfristig erfüllen zu können.

Tun wir das auch bei unserem Ehepartner?

Erinnert euch an das Wort: „Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib uns Seele.

Epheser 5,31

Der Mann hat also die Erwartung, dass seine Frau ihm sicher ist. Da steht nicht mit einer Frau, sondern mit seiner Frau.

Gott hat im Mann die Erwartung hineingelegt, dass er eine eigene Frau hat, die ihm so wichtig ist, dass er sich mit ihr zu einem Fleisch verbindet und sinnbildlich Mutter und Vater verlässt, um ein ganzes mit seiner Frau zu sein.

Er verbindet sich also wieder mit seiner Rippe.

Adam schlief mit seiner Frau Eva, sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. „Mit der Hilfe des Herrn habe ich einen Sohn bekommen!“ rief sie aus. Darum nannte sie ihn Kain (Gewinn).

1. Mose 4,1

Eine Frau verbindet sich mit ihren Kindern in ganz besonderer Weise.

Die nährende Mutterbrust hat Gott der Frau gegeben.

Das Kind wächst direkt unter dem Herzen der Mutter zu einem eigenständigen Wesen heran.

So ist es gedacht.

Der Vater sorgt für Sicherheit, von der Mutter kommt die Fürsorge.

Wie so ein heiliges Rollenmodell aussieht, kannst du bei Enten beobachten.

Der schöne Stolze Erpel schwimmt aufmerksam und schützend in der Nähe von Mutter und Kind umher, während die Beiden sich in Ruhe mit Entengrütze versorgen können.

Berührt uns der Anblick so einer Entensymbiose nicht?

Ein harmonisches Familiengefüge, indem jeder seine wichtige Rolle und Aufgabe hat.

Warum die heilige Ehe bei Enten funktioniert

1. Der Erpel kommt seinem Schutz- und Fürsorgeauftrag nach und heiligt die Mutterschaft

2. Das Weibchen sichert dem Erpel nachkommen und kommt ihrem mütterlichen Auftrag nach

Beide fügen sich ihren Rollen innerhalb der Partnerschaft und sorgen dafür, dass die jeweils anders geschlechtliche Ente ihrer Aufgabe nachgehen kann.

Sie geben sich gegenseitig Raum.

Natürlich könnte das Weibchen sagen: Such du Entengrütze und ich übernehme deine gemütlichen Schwimmtouren, bei denen du dich präsentierst.

Sie tut es aber nicht, weil sie die Bibel gelesen hat.

Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter.

Kolosser 2,18

Liebe Frauen, das steht nicht, ordnet euch ständig unter, redet euren Männern nach dem Mund und haltet euch klein.

Da steht: ordnet euch ihnen unter.

Dieser Appell setzt voraus, dass es der Frau generell möglich ist, sich über ihren Mann zu erheben. Wir sollen also das Gegenteil tun, von dem was möglich ist.

Da steht: Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter.

Da steht nicht: Ordne dich ihm immer nur unter.

Ihr seid Partnerinnen an der Seite eures Mannes. Nicht unter ihm, nicht über ihm, sondern gleichwertig an seiner Seite.

Adam wurde kein Zeh abgenommen und auch kein Teil seines Kopfes.

Es war seine Rippe!

Seine Rippe war es, aus der Gott von dem Menschen Adam das Leben der Frau Eva hervorbrachte, damit Mann und Frau Seite an Seite stehen können!

Adam bedeutet Mensch und Eva bedeutet Leben.

Vereinigen sich Adam und Eva zu einem ganzen, entsteht Menschenleben.

10 Tipps für mehr Ehekraft statt Ehekrach

Vereinigung in der heiligen Ehe bedeutet mehr als Sex. Es geht um geistige Vereinigung, damit aus zwei Individuen eine Symbiose entstehen kann.

Das Wort Symbiose wird im Wörterbuch definiert mit:

„das Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Art zu gegenseitigem Nutzen“

Wie die fleischliche Vereinigung funktioniert wissen wir seid der Aufklärung mit den Bienchen und Blümchen.

Diese 10 Ehegebote sorgen für die geistige Vereinigung:

1. Bewusstheit! Gott hat unterschiedliche evolutionsbedingte Bedürfnisse in diese ganze Mann/Frau Geschichte eingebaut. Macht euch diese Unterschiede bewusst, besonders wenn ihr Kinder habt!

Ein Mann soll seine Frau so lieben, wie sich selbst. Und die Frau soll ihren Mann achten.

Epheser 5

2a. Wertschätze deinen Adam, denn wenn Adam sich seiner Frau nicht sicher sein kann, fühlt er sich schnell zu einer anderen Rippe hingezogen.

2b. Wertschätze deine Eva, denn wenn du nicht gut auf sie aufpasst, lässt sie sich zu leicht von einer Schlange bequatschen.

3. Vertraue deinem Ehepartner! Fleischlich und geistig vereinigt zu sein, muss nicht immer bedeuten sich einig zu sein. Eintscheidungen mitzutragen, obwohl sie nicht die eigenen Bedürfnisse wiederspiegeln setzt Vertrauen voraus.

4. Gemeinsam entwickeln statt einsam! Entwickelt euch nicht gegeneinander und unabhängig voneinander. Entwickelt euch miteinander in einer natürlichen von Gott gegebenen Abhängigkeit, die zu einer tiefen Verbundenheit wird.

5. Keine Autonomie in einer Heteronomen Beziehung! Autonomie hat in dieser Verbindung nichts zu suchen, denn wer Autonom gegenüber seinem Ehepartner lebt, nutzt nicht die Kraft der Ergänzung. Mann und Frau sollen aufeinander angewiesen sein. Willst du ein einzelgängerischer Autonom sein, dann entscheide dich Ehelos zu bleiben.

6. Verschiedenheiten feiern und gleichwertig sein! Seht die Verschiedenheiten als Ressource und nicht als Hindernis, denn Gleichklang ist nicht gleichsein. Die Ehe ist gedacht, als eine Komposition aus zwei Individuen, die sich gleichwertig ergänzen.

Denn obwohl Eva aus Adam geschaffen wurde, so werden doch alle Männer von Frauen geboren. Beide aber, Mann und Frau, sind Geschöpfe Gottes.

1. Korinther 11,12

7. Gott mit einbeziehen! Bezieht Gott in euer Wir mit ein. Der heilige Geist bewahrt euch davor, sich für den anderen aufzugeben oder den anderen ganz für sich einnehmen zu wollen. Betet füreinander und miteinander.

8. Frieden muss jeder in sich selbst finden! Warte nicht darauf, dass deine bessere Hälfte dir deinen Raum gibt, in dem du Frieden hast. Sei dir selbst eine gute Hälfte und nehme dir den Raum, den du im gegenwärtigen Moment brauchst, um in der Liebe und damit im Frieden zu sein.

8a. Selbstwert – das Fundament guter Beziehungen! Bringe Selbstwert mit in die Ehe ein, damit dein Partner dir nicht ständig sagen muss, was du wert bist.

9. Vergebung! Vergebt einander und verurteilt euch nicht gegenseitig. Du Frau, weißt nicht wie es sich in Adams Mokassins läuft und du Mann, weißt auch nichts über die Sandalen von Eva. Schuhe tauschen wird euch nicht viel nützen, denn jeder kann nur in den Schuhen laufen, die ihm passen. Außerdem würde Adam in Eva´s Sandalen einfach lächerlich aussehen.

10. Ermuntert euch gegenseitig! Motivationsforscher wissen, dass Anerkennung und Wertschätzung zu Höchstleistung motiviert. Wie die Mitarbeitenden eines Unternehmens, erledigen die Beteiligten einer Ehe in ihren jeweiligen Rollen ihre individuellen Aufgaben leichter und freudvoller, wenn sie ermutigt werden und eine Resonanz auf ihr Wirken erhalten.

Wenn du denkst, dass ist viel Arbeit, dann geht es dir wie den Jüngern in Matthäus 19,10:

Da sagten die Jünger zu Jesus: „Wenn das mit der Ehe so ist, dann heiratet man besser gar nicht!“

Vermutlich lebst du aber bereits innerhalb einer Ehe. Warum sonst solltest du diesen Beitrag lesen?

Sei dankbar für dieses Geschenk! Besonders wenn dein Gegenstück ebenfalls zu Christus gehört oder zumindest offen ist für die rettende Botschaft.

Es ist allzu menschlich, dass wir diese 10 Ehe-Gebote nicht immer einhalten. Aber wie auch bei den 10 Geboten aus dem 1. Buch Mose gilt der Grundsatz:

Wenn wir in der Lage wären die Gebote immer zu befolgen, bräuchten wir Jesus nicht!

Ehegegebet:

Jesus, du siehst unser Herz. Schenke uns deine Kraft, deine Ruhe und deinen Frieden und uns die Fähigkeit uns Auszutauschen. Lass uns klare und verständliche Worte finden, die formulieren, was wir zum Ausdruck bringen wollen. Erinner uns daran nachzufragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben oder uns unsicher sind und bewahre uns vor Fehlinterpretationen. Hilf uns unsere Gedanken zum Ausdruck zu bringen und uns gegenseitig Anregungen zu geben, ohne uns Vorwürfe zu machen. Lass uns durch den anderen angereichert und nicht angegriffen fühlen, wenn wir mal mutmaßlich verschiedener Meinung sind. Gib uns Verständnis füreinander und bewahre uns davor, zum Spielball des Teufels zu werden. Sei bei und mit uns, sende uns deinen Geist und das Vertrauen darauf, dass wir es gut miteinander meinen.

Genießt eure Ehe in der Gegenwart Gottes.

Sabrina F. P.

2 Kommentare

  1. Oh sabrina dafür liebe ich Dich Du hast die Worte gefunden die mir schon immer fehlten…welch ein unglaubliches Talent❤

    1. Lieben Dank für dein dickes Lob. ❤

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