/ Mai 12, 2020/ Allzu menschliches/ 0Kommentare

Bleibe in Gottes Gegenwart und der Tag gehört dir!

In diesem Beitrag erfährst du, wie es dir gelingt in einem Alltag voller Anforderungen deine Ruhe zu bewahren.

Bist du bereit Verantwortung für dein Wohlbefinden zu übernehmen, sodass du zum Segen für andere werden kannst?

Ja? Dann nutze deine Vorstellungskraft…

Stell dir in deinem inneren eine Topfsammlung vor 

…….

Die Töpfe in deiner Sammlung sind unterschiedlich gefertigt.

Material, Größe und Beschaffenheit sind bedeutend für die Dinge mit denen der jeweilige Topf gefüllt werden möchte.

Ein empfindsamer Topf aus sensiblem Porzellan sollte keine schweren, harten Dinge in sich aufnehmen müssen. Dieser zartbesaitete Topf in dir braucht

Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Berechenbarkeit, Beständigkeit, Dankbarkeit, Frieden, Gerechtigkeit, Pflege, Gesundheit, Harmonie…

Ein anderer deiner inneren Töpfe ist besonders schön und auffällig verziert. Ihren verdienten Platz finden hier die 

Ästhetik, Anerkennung, Bestätigung, Genauigkeit, Präsenz, Würdigung, Wertschätzung, Schönheit, Würde, Kreativität…

Der blickdichte Topf lässt sich schließen und ist somit der Schutzraum für die Bedürfnisse nach 

Privatsphäre, Alleinsein, Schutz, Sicherheit, Bewusstsein, Geborgenheit, Sexualität, Selbstbestimmung, Selbsterkenntnis, Spiritualität, Verwirklichung, Wärme, Vertraulichkeit, Ruhe, Stille, Intimität…

Ein großer stabiler vielseitiger Topf ist reserviert für 

Anregung, Ausgeglichenheit, Ausgewogenheit, Autonomie, Bewegung, Fitness, Entfaltung, Ganzheit, Sättigung, Nahrung, Wissen, Stabilität, Spaß…

Wir haben noch einen Glastopf, der transparent seinen Inhalt repräsentiert und Bedürfnisse beinhaltet wie 

Klarheit, Akzeptanz, Freundschaft, Orientierung, Zugehörigkeit, Gemeinsamkeit, Authentizität, Freiheit, Zusammenarbeit, Zuspruch, Nähe, Offenheit, Berührung…


Diese Bedürfnistöpfe hat jeder! 

Vielleicht musst du sie erst suchen, ordentlich aufstellen und auf Vordermann bringen.

Aber Bedürfnistöpfe hat jeder! 

Sie sind unabhängig von Zeit, Raum und Person.

Dass sie da sind, ist universell. 

Die Gestaltung der Töpfe und die Inhalte der Dinge, die wir brauchen und die uns wertvoll sind, sind allerdings so individuell wie wir Menschen selbst.

Das Wichtigste, dass du über deine Töpfe wissen musst

Ob ein Topf gefüllt ist oder leer, entscheidet über unser Gefühlsleben und unsere Empfindungen!

Wenn alle Töpfe mindestens halbvoll sind, bist du in deiner Kraft und hast genug Ressource, um die Töpfe deiner Mitmenschen mit zu befüllen! 

…….

Dein Schulkind braucht Wertschätzung statt Standpauke?

Wenn dein eigener, schön verzierter Topf, vollständig leer und unbeachtet ist, dann hast du nichts woraus du schöpfen kannst.

Wie willst du dein Kind wertschätzend behandeln, wenn sich keine Wertschätzungen in deinem Topf befinden? 

Sorge dafür, dass deine Bedürfnistöpfe gefüllt sind.

Deine Mitmenschen werden es dir danken.

Warum?

Ganz einfach!

Leere Bedürfnistöpfe sind der Nährboden und die Wurzel für negative Gefühle.

Ich zeige es dir mit diesen beiden Tagesverläufen:

Variante 1

Du stehst um sechs Uhr morgens auf.

Ziehst dich an.

Machst die Brotdosen der Kinder fertig.

Weckst die Kinder.

Begleitest die Kinder beim fertigmachen und erledigst nebenbei Haushaltsaufgaben, wie Wäsche sortieren, Waschbecken putzen, Bett des Jüngsten abziehen, deine Arbeitstasche packen.

Trinkst nebenbei kalten Kaffee und gehst mit den Kindern um 7.15 aus dem Haus, nachdem es noch etwas stressig wurde, weil der junge Sohnemann keine Mütze aufsetzten wollte.

Du bist spät dran, dein Kind bummelt und kaum hast du dich von deinem Kind verabschiedet, rauscht du zur Arbeit. Du bist ungerne nach 8 da, weil du die morgendliche Ruhe im Büro brauchst, um dich zu sortieren.

Im Büro hast du dann deine Tagesstruktur erstellt, kommst aber nicht dazu diese zu leben, weil du ständig gestört wirst. 

Deine Frustrationstoleranz sinkt, weil deine Aufmerksamkeitskurve nie über 10 Minuten ungestörtes Arbeiten hinausreicht. 

Permanente Störungen aus dem Außen zwingen dich auch permanent dazu, gedanklich hin- und herzuspringen. 

Kurz vor Feierabend (du arbeitest 3/4 Tags) stellst du fest, dass du noch nicht sehr produktiv warst, streichst deine Mittagspause und bleibst länger. 

Mit knurrendem Magen und noch im Affenmodus (die Gedanken hatten noch keine Gelegenheit zu ruhen und springen noch immer umher), fährst du zur Kindertagesstätte und holst ein ausgeschlafenes und munteres Kind ab.

Du selbst hast noch nichts gegessen, keine Ruhezeit gehabt und bist jetzt als Mutter oder Vater gefordert:

Du sollst gucken, 

du sollst zeigen, 

du sollst helfen, 

du sollst da sein 

und wenn du dich hinsetzt, gibt es Gezeter. 

Zwischendurch schiebst du dir dann doch mal hier und da eine Kleinigkeit rein.

Nährwert egal. 

Hauptsache das Loch im Bauch verschwindet. 

Dann kommt dein Schulkind nach Hause und sprudelt gleich los und bringt aufgebracht zum Ausdruck, wie bescheuert die Lehrer sind. 

Deine Energiekurve ist auf dem Nullpunkt.

Das Zuhören strengt dich an.

Du verstehst nur die Hälfte und wirst wütend, weil dein Kind sich so unverschämt über die Lehrer auslässt. 

Dass dein Kind sich ungerecht behandelt fühlt, weil es eigentlich etwas gut machen wollte, der Lehrer es aber als schlecht bewertet hat, kannst du in deinem Zustand gar nicht wahrnehmen. 

Du fieberst dem Tagesende entgegen.

Bevor es soweit ist… 

…haben die Kinder noch zweimal Streit, 

…kümmerst du dich um das Abendessen, 

…hilfst du dem Kleinen bei der Körperhygiene, 

…räumst dem Großen hinterher

und musst deinen kleinen Spross noch fünfmal wieder ins Bett bringen. 

Uff. 

Klappe zu.

Affe tot.

Mutter/Vater erledigt.

Jetzt noch ein bisschen Fremdberieselung vor der Glotze.

Zu mehr reicht die Willenskraft nicht mehr aus.

…….

Variante 2

Du stehst um 5.30 auf, weil du dein Bedürfnis nach Zeit für dich am Morgen genau kennst.

Du trinkst in Ruhe deinen Kaffee, schaust aus dem Fenster und wirfst ungestört einen Blick auf den heutigen Tag. 

Dir ist bewusst, was heute dran und wichtig ist und bist darauf vorbereitet.

Wenn du in Partnerschaft lebst, dann hat er oder sie die Brotdosen der Kinder und auch eine für dich fertig gemacht, sodass du Zeit hattest, mit dem morgendlichen Schwung kleine, dich störende Haushaltsaufgaben zu erledigen. 

Um 6.30 weckst du die Kinder.

Bis zur Abfahrt kümmerst du dich ausschließlich darum, dass die Kinder gut auf den Weg kommen. 

Du begleitest, 

unterstützt, 

ermunterst und gibst deinen Kindern die Orientierung am Morgen, die sie brauchen. 

Pünktlich um 7 kommt ihr los und nachdem das Schulkind im Bus sitzt und das Kindergartenkind gut in der Gruppe angekommen ist, parkst du um 7:40 dein Auto auf dem Firmenparkplatz. 

Du nimmst dir eine 10 minütige Brückenzeit zwischen dem Morgengeschehen und deinem Arbeitsplatz und gehst an der frischen Luft eine kleine Runde. 

Dein Bedürfnis nach Bewegung an der frischen Luft, wird ein wenig genährt. 

Du kommst geistig im gegenwärtigen Augenblick an und deine Bedürfnisse nach Bewusstsein, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit werden befriedigt. 

Die Bedürfnistöpfe die Frieden, Klarheit, Orientierung, Gesundheit, Ausgeglichenheit und Präsenz fordern, füllen sich. 

Um 8 sitzt du im Büro an deinem Arbeitsplatz und sagst deinen Kolleginnen und Kollegen, dass du eine Stunde ungestört arbeiten wirst. In einer Stunde bist du für Fragen und Anliegen offen.

Natürlich wirst du dennoch gestört.

Fragen, die du mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kannst, beantwortest du kurz mit dem Hinweis, dass du gerade Stillarbeit machst.

Alle anderen Fragen nimmst du konsequent erst um 9 an. 

Alles andere geht jetzt nicht und für deine Produktivarbeitszeit am Morgen stehst du vehement ein!

Mittags gehst du je nach Bedürfnis in der Gemeinschaft essen oder stillst dein existenzielles Bedürfnis nach Nahrung im Stillen. 

Ein kleiner Spaziergang oder ein Powernapping runden deine Mittagspause ab.

Um 14.30 Uhr holst du ausgeruht dein Energiebündel aus der Kita.

Auf der Heimfahrt schmiedet ihr Pläne für den Nachmittag und gleicht ab, was heute für euch dran ist. 

Zu Hause kümmert ihr euch gemeinsam zwischen Lesen, Malen und Hörbuch hören um die Wäsche und gestaltet euren Nachmittag.

Dein Schulkind kommt nach Hause, ihr setzt euch zusammen, zu einen Nachmittagssnack, und du kannst die Not und Hilflosigkeit hinter dem Gemotze deines Schulkindes, über die Lehrer sehen. 

Du zeigst Verständnis, 

findest die richtigen Worte, weil du Zugang zu dir, deiner Intuition und deinem emphatischen Gefühlszentrum hast. 

Dein Kind hat von dir bekommen, was es brauchte, um den Ärger auflösen zu können. 

Den Streitereien begegnest du gelassen und so lange die Streitregeln beachtet werden, vertraust du deinen Kindern, einen Weg miteinander zu finden. 

Werden die Streitregeln gebrochen und damit dein Bedürfnis nach Harmonie, Frieden, Gemeinschaft und Ruhe über die Maßen strapaziert, dann greifst du liebevoll, aber konsequent ein. 

Wenn es deine Töpfe hergeben, spielst du mit deinen Kindern noch zweimal 10 Minuten ein Spiel, welches sich jeweils ein Kind ausgesucht hat. 

Wenn keine Ressource mehr zum Spielen da ist, guckt ihr gemeinsam aneinandergekuschelt eine Folge Löwenzahn auf YouTube. Nach dem Spielen oder dem Filmchen geht es ohne „mullen und knullen“ ins Bett – das ist die Abmachung vor der Gemeinsamzeit – und alle halten sich an diese Abmachung.

Vielleicht musst du noch einmal dein Kind zurück ins Bett bringen und versichern, dass der Tag nun zu Ende ist und jetzt geträumt werden darf. 

Danach ist dann aber Feierabend und du darfst tun, wonach dir ist.

Um 22.30 Uhr gehst du ins Bett, um dein Bedürfnis nach ausreichend Schlaf zu beachten.

Welchen dieser beiden fiktiven Tage würdest du wohl als überfüllt und welchen als erfüllt erleben?

Deine individuelle Tagesstruktur ist vermutlich ein wenig anders, als hier dargestellt.

Skizziere deine vorgegebene Alltagsstruktur und kreiere drumherum deine perfekte Tagesstruktur.

Dazu musst du deine existenziellen und deine individuellen Bedürfnisse kennen! 

Brauchst du viel Bewegung, Fitness und viele Kontakte, dann finde feste Zeiten, in denen du diese Bedürfnistöpfe füllen kannst. 

Gestalte deinen Tag nach deinen Bedürfnissen

Natürlich werden deine Mitmenschen merken, wenn du dich anfängst, um deine Töpfe und Krüge zu kümmern. 

Wenn Bedürfnisse aufeinanderprallen, dann „menschelt“ es. 

Sehe das „Aneinanderreiben“ als Möglichkeit, sich gegenseitig besser kennen zulernen.

Dein Partner, deine Partnerin, deine Kinder, deine Mutter, deine Schwiegermutter, deine Freunde, deine Kollegen, haben alle ihre eigenen Bedürfnistöpfe, die sie ebenfalls füllen möchten.

Deshalb ist es wichtig, in einem offenen Austausch darüber zu sprechen.

Hab dabei keine Angst vor Widerstand. 

Wenn Sterne miteinander kollidieren, entstehen auch neue Welten!

Und …

ein Vogel kann auch nur mit Hilfe von Luftwiderstand fliegen.


Äußere deine Bedürfnisse offen und gewaltfrei

Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als „gewalttätig“, dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid – bei uns selbst oder bei anderen.

Die Methode „Gewaltfrei kommunizieren“ nach Marshall B. Rosenberg hilft uns bei der Umgestaltung unseres sprachlichen Ausdrucks und unserer Art zuzuhören.

Du wirst feststellen, dass es immer wieder Menschen in deinem Umfeld gibt, die deinen Bedürfnisse trotz der gewaltfreien Kommunikation keine Bedeutung geben.

Deine Kinder werden es lernen, wenn du dich immer wieder offen und ehrlich zeigst. Wenn du dich ihnen gegenüber authentisch verhältst.

Ein Kind darf und sollte unbedingt wahrnehmen dürfen, dass Papa auch mal müde ist und Mama einen anstrengenden Tag hatte und 30 Minuten Ruhe in der Badewanne braucht.

Hab Vertrauen!

Wenn die Bedürfnisse der Eltern in einer Familie Bedeutung haben, schenken wir Erwachsenen unseren Kindern die großartige Erfahrung, Rücksicht auf andere nehmen zu müssen.

Sie bekommen damit die Erlaubnis, ein Leben lang ebenso für die eigenen Bedürfnisse einstehen zu dürfen. 

Von Menschen, die nie deine Bedürfnisse anerkennen, die dich nicht ganz und gar mit all deinen Facetten annehmen, die sich niemals einen Schritt auf dich zubewegen, halte dich fern! 

Diese Menschen sind Energieräuber und haben meistens selber wenig bis gar keinen Zugang zu ihren Bedürfnissen.

Sie nehmen sich einfach im gegenwärtigen Moment impulsiv, was ihr Gefühl gerade meldet, ohne sich vorher anständig um ihre Bedürfnistöpfe gekümmert zu haben.

Und weil ihre eigenen Töpfe leer sind, zapfen sie nun deine an, ohne etwas zurückgeben zu können.

Sie missachten ihre eigene und auch deine Topfsammlung. 

…….

Die Bedürfnispyramide als sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow beschreibt die menschlichen Ur-Bedürfnisse so:

Abraham Maslow sagt: 

Indem der Mensch sich Bedürfnisse erfüllt, erreicht er einen hohen Grad an Reife, Gesundheit und Selbsterfüllung.

Gebet:

Mein Gott, wie schön! Ich kann mich entspannen, Atem holen, zur Besinnung kommen. Ich kann mich freuen an Menschen, die mir lieb sind, am Licht der Sonne, an Blumen und Bäumen, am Singen der Vögel, wer weiß, woran noch? Ich kann dein Wort hören und deine Liebe feiern. Ich danke dir, Gott.

Genieße dein Leben in der Gegenwart Gottes.

Sabrina F. P.

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